behandlung-prismatische-gruppentherapie-Prisma-darkSpectrum-goetheDie prismatische Gruppentherapie

Die prismatische Gruppentherapie ist die Besonderheit meiner Praxis. Das Prisma symbolisiert diese Arbeit. Aus einem einfachen weißen Strahl, der durch ein Prisma leuchtet, entsteht, entfaltet sich ganz neues buntes Licht. Es enthält alle Farben, sogar welche, die das menschliche Auge nicht sehen kann.
Wie durch ein Prisma wird ein einzelnes Anliegen durch die Gruppe in vielen Facetten erlebbar. Wir nutzen das Positive der kollektiven Arbeit: alle haben das gleiche Ziel und ähnliche Aufgaben zu bewältigen; es ist wie abschrieben zu dürfen.
Keine kann den ersten Stein werfen. Alle möchten in ihrem Leben etwas verändern. In dieser gemeinsamen Anstrengung finden Sie Ihren ganz eigenen Weg und sind dennoch nicht allein.
Der vorgegebene Ablauf dient dabei als eine heilsame Struktur; ein Rhythmus der Schutz und Sicherheit gibt. Mein Leiten der Gruppe dient dem Ordnen sowie dem Schaffen und Öffnen der inneren Räume. So können wir Verlässlichkeit aufbauen und die Ausdrucksfähigkeit in der zwischenmenschlichen Kommunikation verbessern. Im Gegensatz zum Laufen, was wir lange und mühselig erlernten, haben wir im miteinander Sprechen oder Zuhören oft wenig Übung. In der Gruppe kann erfahren werden, dass durch gegenseitiges Mitteilen von dem was Sie gerade bewegt, ein tiefer Austausch entsteht. Gleichzeitig ist die Integrität geschützt, weil einem niemand rein redet.

Ablauf der Prismatischen Gruppentherapie

Eingangsrunde

Die Therapiestunde beginnt mit einer Eingangs-Runde. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin gibt der Reihe nach gesammelt und in einigen Sätzen Einblick in das emotional Wesentliche, das was einen gerade bewegt, vielleicht aus der vergangenen Woche, vielleicht aus einer anderen Zeit – was gerade wichtig

Indem ich mit-teile, was mich besonders bewegt, verändern sich die Wichtigkeiten in meinem Leben. Mehr und mehr lerne ich – auch durch das Hören – heraus zu finden, zu unterscheiden und auch lebendig zu erfahren, was mir wirklich wichtig ist. Dabei entdecke ich Themen, die bei meiner Anamnese, meinem Lebenslauf vielleicht schon mal aufgetaucht waren, die aber jetzt einen anderen Stellenwert bekommen. Als wenn man gemeinsam mit anderen einen Garten umgräbt: man erreicht viel mehr Stellen, kann tiefer graben und der eine findet die blinden Flecken des anderen.

Tagesthema

Nach der Eingangsrunde wird das Thema für die Therapiesitzung erarbeitet. Zunächst besteht die Möglichkeit das eigene Anliegen als Themenvorschlag zur Verfügung zu stellen. Die Gruppe bestimmt demokratisch, welches vorgeschlagene Thema an diesem Tag Vorrang hat.

Das gewählte Thema wird dann von der Person, die es vorgeschlagen hat, erzählt. Alle anderen hören zu. Anschließend stellen die Zuhörer Sachfragen.

Dabei ist es wichtig, dass ich mit meiner Aufmerksamkeit bei mir und meinen Gefühlen bleibe. Manchmal ist es erstaunlich, wie ähnlich und vertraut das von jemandem Fremden Erzählte klingt. Es kann so erleichternd sein, dass endlich einmal das, was ich so bewegend erlebt habe oder erlebe, ausgesprochen und benannt wird.

Es ist auch erleichternd zu erfahren, dass ich mit meinem Unglück nicht alleine bin. Geteilt wird das Leid wirklich halb.

Gleichzeitig ist es wichtig, die eigenen Erfahrungen nicht mit denen des anderen zu vermischen und damit durcheinander zu bringen. Indem ich mich eines „kenn’ ich doch“, „ habe ich auch“, „ das musst du so machen“ enthalte, bleibe ich zunächst bei meinem Erleben und lasse dem anderen das eigene Erleben. Wahres Mitgefühl kann ich nur dann entwickeln, wenn ich meins und deins unterscheiden kann, weil dann in meiner Seele das Erleben der anderen Resonanz findet, wieder klingen kann.

Zeit der Stille

Es folgt eine Zeit der Stille. Alle halten auf ihre Weise Einkehr, der Körper ist relaxt, die Aufmerksamkeit ganz beim eigenen Erleben, z.B. wie sie es beim Autogenen Training lernen können. Sie folgen der eingangs gesprochenen Anleitung: Alles, was durch das erzählte Thema und die folgenden Fragen und Antworten in der Seele angestoßen wurde, darf auf eigene Weise an die Oberfläche kommen: Als Körper- oder Sinneswahrnehmung, als Gefühl, als tiefere Erfahrung oder auch mit einem bildhaften Tagtraum, der als ein Transportmittel zu verstehen ist, über das die Seele sich ausdrücken möchte, über das die Seele etwas zeigen, offenbaren oder sich vielleicht von etwas Verborgenem entledigen möchte. Manchmal entstehet wie von selbst ein Katathyme Bilderleben.

Hier ist viel Raum für meine zum Teil lange verborgenen Gefühle und Erfahrungen. Ich habe darauf verzichtet, dem anderen Rat-Schläge zu erteilen, Probleme lösen zu müssen oder mit einem „das habe ich nicht“, „das kenne ich nicht“ mich emotional zu entziehen. Indem ich bereit bin, mich dem in der eigenen Seele Angestoßenen vollständig zu öffnen, kann ich bisher ungeahnten Gefühlen begegnen, kann in der Entspannung bereit sein, sie voll und in ihrer ganzen Tiefe zu erfahren, so dass mein Leben mehr und mehr der Wahrhaftigkeit sich zuwendet, statt vor den Gefühlen, die sowieso da sind (wenn auch mehr oder weniger unter dem Teppich) wegzulaufen.

Eigenes Erleben

Dieses eigene Erleben wird in der nächsten Runde mit den anderen geteilt. Die Reihenfolge des Erzählens ergibt sich dabei aus dem eigenen Wunsch zu sprechen; sie wird von den Teilnehmenden untereinander bestimmt. Auch die Gruppenleiterin teilt ihr eigenes Erleben mit. Zum Schluss berichtet die Themenerzählerin.

Vielleicht können Sie beim Lesen schon spüren, wie dieser Rahmen jedem Respekt und Würde gibt. Niemand mischt sich ein, niemand weiß es besser, niemand stellt sich durch Mitleid über den anderen und jeder findet aus dem Erzählten etwas in seinem eigenen Leben wieder. Indem ich mich und mein eigenes Verhalten und Erleben im Spiegelbild des anderen erkenne, fällt es mir leichter, das Dysfunktionale daran wahrzunehmen – das, was mir schadet oder nicht zum gewünschten Ergebnis führt, zu verändern.

Wie viel leichter ist es, die eigene Muttersprache durch Nachahmung zu lernen, als eine fremde Sprache durch das Lernen von Vokabeln. Auch sonst haben wir das meiste einfach gelernt, indem wir bei den anderen das Gute abgeschaut und das Schlechte vermieden haben. Wie viel leichter ist es, den Balken im Auge des anderen zu erkennen, so dass ich auch den Splitter im eigenen Auge spüre und ihn entfernen möchte.

Indem ich mein eigenes Erleben mitteile und die unterschiedlichen Aspekte, Phantasien und Erfahrungen der anderen zum Thema höre, eröffnen sich mir verschiedene Perspektiven, die ein Anliegen oder Problem von so vielen Seiten beleuchten. Dadurch wird es bunt, lebendig und es öffnen sich ganz neue Sichtweisen, Erkenntnisse, Optionen und Veränderungsmöglichkeiten.
Ein Prisma.

Abschluß-Runde

Die Therapiestunde endet mit einer Abschluß-Runde. Hier gibt es noch mal ein Statement über den aktuellen Stand der Dinge. Wie geht es mir? Was erfahre ich jetzt? Der aktuelle Zustand, das momentan Erleben werden geschildert. Der Kreis schließt sich.

Manches kann ich in der Rückrunde emotional zum Abschluss bringen, in Frieden und in Einklang kommen und vielleicht sogar mit Humor aus der neuen Perspektive betrachten. Anderes wirkt vielleicht noch die ganze Woche zunächst aufwühlend und dann heilsam in mir nach.

Es ist immer wieder erstaunlich und wunderbar zu beobachten, wie tiefgreifende Veränderungen durch diese Art von Arbeit möglich sind. Wer wirklich Hindernisse aus dem Weg räumen. und sich selber wahrhaftig begegnen will ist hier gut aufgehoben. Ich danke Herrn Dr. Loesch aus Potsdam, dass er mich mit der Methode der prismatischen Gruppentherapie vertraut gemacht hat. Mit Inhalt füllen es die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jede Stunde mit ihrer Offenheit und ihrem großen Mut für neue Erfahrungen.