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Krankheitsbewältigung – Coping

Die Art, wie eine Person ihre Krankheit bewältigt, wird Coping genannt. Das kann mehr oder weniger befriedigend gelingen oder mehr oder weniger missglücken. Wenn ein Mensch schwer körperlich erkrankt, spielen sich in seinem Inneren in der Regel diese Schritte ab:

  • sich sträuben, es nicht wahrhaben wollen
  • sich den Tatsachen stellen
  • trauern, wütend sein, Angst haben
  • sich neu orientieren
  • leben mit einer neuen Richtung

Im Kleinen kennt das jeder: der Zahn tut weh, aber vielleicht geht es ja wieder weg. Es geht aber nicht wieder weg. Mist! Wut und Angst tauchen auf. Endlich wird der Zahnarzt angerufen und die Sache hoffentlich behoben. Sicher ist das Ganze vielschichtiger und weniger gradlinig im Krankheitsfall, aber das Beispiel hilft, den Prozess zu verstehen und mitzufühlen.

Seelische Folgen von Krankheit und Behinderung

An jedem Punkt der Krankheitsbewältigung kann es eine Verzögerung oder neue Lösungen geben. Eine solche Auseinandersetzung, auch mit der eigenen Sterblichkeit, ist eine schwere Prüfung. Folglich kann es zu seelischen Schwierigkeiten kommen.

„Also hat es dir gefallen
Hier in dieser schönen Welt;
So dass das Vondannenwallen
Dir nicht sonderlich gefällt.

Lass dich das doch nicht verdrießen.
Wenn du wirklich willst und meinst,
Wirst du wieder aufersprießen;
Nur nicht ganz genau wie einst.

Aber, Alter, das bedenke,
Dass es hier doch manches gibt,
Zum Exempel Gicht und Ränke,
Was im ganzen unbeliebt.“

Wilhelm Busch

Burn-Out

Manchmal gehen Menschen, z.B. in helfenden Berufen,  so sehr in ihrer Arbeit auf, dass sie gar nicht merken, wie sehr sie eigentlich erschöpft sind. Es ist dann der Körper, der mit Erschöpfungssymptomen reagiert und ein deutliches Signal gibt einmal innezuhalten: So geht es nicht mehr weiter, etwas stimmt nicht mehr. Etwas ist aus dem Gleichgewicht geraten und hat sich schon auf der körperlichen Ebene manifestiert.
Wenn es gelingt, hier eine Zäsur zu wagen, zu verstehen wie die Dinge aus dem Lot geraten sind, wie privates Leben und persönliche Ziele im Verhältnis stehen zu den Beruflichen, kann im Gespräch ein neues Gleichgewicht gefunden werden.

Behandlung

Manchmal sind hier nur wenige richtungsweisende Gespräche nötig, ein andermal ist es sinnvoll, den Menschen mit seiner Krankheit in ihren Höhen und Tiefen längerfristig zu begleiten. Ins Leben oder manchmal auch ins Sterben.
Im Besonderen möchte ich hier die Imaginative Körperpsychotherapie erwähnen. Hier geht es darum, sich der Krankheit voll und ganz zu stellen und ihre Mechanismen (z.B. die Prozesse der Immunabwehr) gut zu verstehen. Dann kann mit Vorstellungskraft und Disziplin erlernt werden, Krankheitsprozesse positiv zu beeinflussen, z.B. die Immunabwehr gegen neue Krebszellen zu stärken oder bei Allergie zu besänftigen. Dies ist aufbauend auf dem Autogenen Training erlernbar.

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